Eine Folge des wachsenden Interesses an Ethik und Nachhaltigkeit ist, dass sowohl die Erwartungen, als auch die Zugänge und Angebote immer vielfältiger werden. Diese Pluralität ist zunächst einmal positiv zu bewerten, macht es aber umgekehrt für alle Beteiligte auch schwieriger, den Überblick zu bewahren und auf das für sie Wesentliche zu fokussieren.
Institutionelle Investoren, Finanzdienstleister, Unternehmen und auch öffentliche Einrichtungen benötigen belastbare Entscheidungsgrundlagen für Projekte zur Integration von Ethik und Nachhaltigkeit in ihre Prozesse und Produkte.
Während für institutionelle Investoren der Prozess der (Weiter-)Entwicklung und die Qualitätssicherung ihrer ethisch-nachhaltigen Geldanlage im Vordergrund steht, sind Finanzdienstleister gefordert, den unterschiedlichen Bedürfnisse der Investoren entsprechende und innovative Lösungen zu bieten, die im Einklang mit gesetzlich-regulativen Vorgaben stehen. Einmal erworbenes Know-how muss zum einen ständig weiterentwickelt und zum anderen auch in Beratungsqualität umgewandelt werden. Unternehmen sehen sich zunehmend mit Rückfragen bezüglich der Qualität ihrer demensprechenden Maßnahmen konfrontiert. Öffentliche Einrichtungen hingegen kommen zunehmend unter Zugzwang, den sich rasant entwickelnden Markt für ethisch-nachhaltige Geldanlagen durch flankierende Rahmenbedingungen sowohl zu unterstützen als auch Fehlentwicklungen zu unterbinden.
Schwierig kann es auch sein, bestimmte Sachverhalte, Projekte oder Themen in Bezug auf ethische Fragestellungen und Nachhaltigkeitsaspekte zu beurteilen. Oft gibt es in solchen Fragen kein eindeutiges Richtig oder Falsch, sondern müssen unterschiedliche Güter abgewogen werden. Auch kommt man mit unterschiedlichen Werthaltungen und in Anwendung verschiedener Ethik-Ansätze zu je eigenen Ergebnissen. Wie immer man sich bei solchen Fragen letztlich auch entscheidet: die Entscheidung sollte wohl überlegt und gut begründet sein.
Die Einbeziehung von Ethik und Nachhaltigkeit in die Geldanlage stellt häufig eine Herausforderung für institutionelle Investoren dar. Denn über die ökonomischen Aspekte hinaus gilt es hier, soziale und ökologische Kriterien in Anlagerichtlinien und Prozesse zu integrieren, ohne dabei zusätzliche Risiken aufzubauen.
Einerseits ist dabei die Kommunikation mit Banken und Kapitalanlagegesellschaften besonders wichtig: Ethik und Nachhaltigkeit sind Themen, die bei Finanzdienstleistern noch immer Stirnrunzeln, wenn nicht sogar Ablehnung hervorrufen. Andererseits bedeutet eine Änderung im Anlageregime auch für institutionelle Investoren eine Umstellung, die intern vermittelt und organisiert werden muss.
In dieser Phase ist es wichtig, die Angebote und Arbeitsweisen der Finanzdienstleister kritisch zu prüfen und sicherzustellen, dass das, was versprochen wird, auch eingehalten werden kann. Eine Erkenntnis der letzten Jahre ist: nicht alles, was mit „Ethik“ und „Nachhaltigkeit“ tituliert wird, entspricht dem auch inhaltlich.
Ist die Umstellungsphase einmal geschafft, geht es darum, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen und auf Fragen und Vorschläge der Finanzdienstleister angemessen reagieren zu können. Darüber hinaus geht es auch darum, ein Berichts- und Kontrollwesen zu etablieren, das Fehlentwicklungen rechtzeitig erkennt.
Im gemeinsamen Gespräch können wir die aktuellen Herausforderungen definieren und verschiedene Lösungsansätze diskutieren.
Das ethisch-nachhaltige Investment hat mittlerweile die Nische verlassen und entwickelt sich in Richtung Mainstream: Immer mehr Investorinnen und Investoren wünschen sich eine stärkere Einbeziehung von sozialen und ökologischen Aspekten in die Geldanlage. Für Finanzdienstleister bedeutet das sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung. Denn über das Angebot von ethisch-nachhaltigen Anlageprodukten hinaus kommt es auch ganz wesentlich darauf an, Fähigkeiten und Kompetenzen zu entwickeln, um den Ansprüchen der Investorinnen und Investoren zu genügen.
Dazu kommt, dass sich seit einigen Jahren das regulative Umfeld massiv verändert hat: Nachhaltigkeit ist nun kein beliebiges Ad-on mehr, sondern ein genau reguliertes Themenfeld mit Vorgaben, Nachweispflichten und Konsequenzen bei Nichteinhaltung dieser Regulatorik. Mit der Sustainable Finance- Initiative der Europäischen Union ist mittlerweile ein (zu) differnziertes Regelwerk entstanden, welche aktuell auch wieder im Begriff ist, zurückgefahren zu werden (Omnibus-Prozess). Hier den Überblick zu bewahren, eine belastbare Strategie zu entwickeln, Maßnahmen zu setzen, Prozesse anzupassen und – last but not least – eine anspruchsvolle Kundenberatung und -kommunikation zu gewährleisten, ist eine Herausforderung.
Im gemeinsamen Gespräch können wir die aktuellen Herausforderungen definieren und verschiedene Lösungsansätze diskutieren.
Unternehmen der Realwirtschaft stehen unter einem zunehmenden Druck, ihre ethischen Standards und ihre Nachhaltigkeitsausrichtung nicht nur transparent und nachvollziehbar zu kommunizieren, sondern diese vorher auch entsprechend zu gestalten und – nicht zuletzt – auch zu leben. In unterschiedlichen Branchen und auch innerhalb derselben Branche ergeben sich für Unternehmen dabei in der Regel eine Reihe spezifischer Herausforderungen, die – mit Blick aufs Wesentliche – zu analysieren und anzugehen sind.
Ob Nachhaltigkeitsstrategie, Unternehmensleitbild oder Ethik-Kodex: Eine ambitionierte, gleichzeitig aber auch ehrliche und glaubwürdige Umsetzung ist hier das Gebot der Stunde. Durch meine langjährige Mitarbeit in Gremien, meine wissenschaftliche Beschäftigung und meine praktische Erfahrung kann ich dabei helfen, belastbare und gleichzeitig lebbare Standards zu formulieren und umzusetzen.